29.2.2008

Ein Tag, 59

[ Ruth Schweikert ]
Ein Tag, 59

Erst in diesen Tagen, während ich Texte zusammenstelle, überschreibe und neu schreibe für das Miriam Cahn/Ruth Schweikert-Buch: sieben sogenannte Kalenderblätter, die von 1968 bis 2008 reichen, von Sonntag bis Samstag - also fragmentarisch und umfassend zugleich sein wollen, mithin perfekt -, realisiere ich, dass ich sämtliche Texte, die ich zwischen 1994 und 2003 verfasst habe, zusammen mit dem kaputten IMac im Mai 2007 unwiderruflich entsorgt habe.... Bitte fragen Sie mich jetzt nicht, wie das geschehen konnte, die Wahrheit klingt bekanntlich meistens unglaubwürdig (deshalb schwindelt man beim Schreiben auch fast immer, selbst bzw. vor allem dann, wenn man das Gegenteil behauptet), aber ich mute sie Ihnen jetzt trotzdem zu: meine beiden Computer, IMac und Laptop, haben innerhalb von 24 Stunden beide ihre Funktionsfähigkeit aufgegeben – ich gebe zu, ich mag eigensinnige Mitspieler -, was zur Folge hatte, dass ich mich nur um die Laptopdateien kümmerte, in der Meinung, da sei ALLES ALLES gespeichert, was je meinen Kopf durch die Schreibfinger verlassen hat. (Die schönsten Texte sind bekanntlich die ungeschriebenen, siehe auch Arja Lobsiger).
Natürlich liessen/lassen sich bestimmt etwelche Artikel wieder auftreiben, auch wenn sie in den Archiven von WoZ bis NZZ im Tiefschlaf liegen und nie nie wieder aufgeweckt werden wollen. Und so habe ich denn eine natürliche Scheu, da und dort anzurufen bzw. eine mail zu schicken und nach dem Verbleib jener kleinen Kolumne zu fragen, die ich mir als literarische Perle ausmale, als ein zauberhaftes Stück Text, das mir die Erinnerung zurückgibt an den Potsdamer Platz, wie er im Frühherbst 1995 aussah: eine Brache, eine staubige Zirkusarena, über die sich wohl ein Dutzend Baukräne beugten. Auch wenn ich mich nach dem Originalsatz sehne, nach der eleganten und doch präzisen Formulierung: Das Bild vom Potsdamer Bauplatz ist mir geblieben; vielleicht, weil ich darüber geschrieben habe.
Das ist nicht immer so. Manche Dinge scheinen in dem Moment aus der Erinnerung zu verschwinden, in dem sie aufgeschrieben werden.

Ein lieber Freund schreibt ein Mail, das mich sehr berührt; er hat aus heiterem Himmel einen schweren Hörsturz erlitten.

Ein Gespräch mit Miriam Cahn über die künstlerische Arbeit
beginnt mit der ketzerischen Frage: Wann ist ein Text, ein Bild fertig? Nie, sage ich, „fertig“ ist immer willkürlich, ein Buch, ein Roman ist nur vorläufig, eine Momentaufnahme quasi. Vielleicht muss man einen Text dann beenden, wenn er beginnt, sich selber zu zerstören, d.h. durch immer neue Ueberschreibungen seinen Anfang unsichtbar macht.
Was mich an Miriam Cahn am meisten beeindruckt: Sie schafft es, ihre Bilder nicht zu bewerten. Sie weigert sich, Gewichtungen vorzunehmen; sie übermalt selten ein ganzes Bild. Auch Handke, denke ich, verwirft selten etwas, was er einmal geschrieben hat. Warum aber fragt er sich (im Februar-Cicero), ob er mit seinem Anspruch, Kinder zu haben u n d zu schreiben, gescheitert ist?
Vielleicht bin ich gar nicht ganz unfroh, dass ich fast alle meine früheren Texte verloren habe.


28.2.2008

braun

[ Sabina Altermatt ]

Frühlingswald

55

Emil Zopfis neuster Roman wird für den Glauser nominiert. Das ist die Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Kriminalroman des Jahres. Sie wird vom Syndikat verliehen, der Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur. Ich freue mich.

54
Lucy kommt wieder nach Hause.

53
Ein richtig schöner Frühlingstag. Wie aus der Erinnerung herausgeschnitten. Copy – Paste. Das erste Mal Kniesocken anziehen. Damals. Heute beobachte ich die Kinder im Park auf blitzenden Fahrrädern, Weihnachtsgeschenke, die lange auf ihren Einsatz warten mussten.

52
Ich gehe mit A. wandern. Auf die Lägern. Ich denke an Finnland und mir wird bewusst, dass man in der Schweiz nicht verloren gehen kann. Eigentlich schade.
Dafür bin ich bei der Abstimmung bei den Verlierern.

51
Ich bestelle in Lavin Bündner Nusstorten* für meine Buchvernissage. Dabei weiss ich gar noch nicht, was ich lesen soll.
*Dies ist keine Schleichwerbung. Es sind wirklich die Besten.


50
In Südafrika jagen sie wieder Elefanten.

49
Meine Verlegerin ruft mich an. Mein Buch ist da. Es ist schön geworden. Himmelblau.



27.2.2008

Ticken

[ Arja Lobsiger ]
Heute will ich über das Schreiben schreiben, nur über das Schreiben. Und falls ich abzuschweifen drohe, sagen Sie es doch bitte. Sie werden damit nicht meinen Schreibfluss unterbrechen. Ich bin ja kein Wasserhahn, den man auf- und zudrehen kann.
Vielleicht liegt meinem bisherigen Bloggen über Erlebnisse, in denen ich nicht schreibe, eine simple Tatsache zugrunde: das Tippen oder auf Papier Kritzeln macht den kleineren Teil des Schreibens aus. Am meisten schreibe ich im Kopf -  ja, man könnte sagen: dort schreibe ich eigentlich ständig, sogar wenn ich schlafe. Naja, zugegeben, nicht immer, aber manchmal. Wobei ich das so sicher nicht sagen kann, weil: schlafe ich, schreibe ich nicht, zumindest nicht sichtbar. Mitten in der Nacht wache ich jedoch auf und habe Worte, Sätze in meinem Kopf, die ich auf Zettel notiere, im Dunkeln. Meine Schreibuhr versteht sich nicht so gut mit der Träumerinuhr. Sie ist eigenwillig und je mehr ich meinen Tagesablauf nach ihr richte, desto sturer wird sie und manchmal tickt sie mich richtig aus.
Sobald ich am Morgen vor meinem Laptop sitze, auf dem Tisch die Stapel Zettel, die Bücher ihre Ordnung gefunden haben und meine Schreibkerze brennt, schlüpfen die Worte in meine Hände und ich komme kaum mehr nach mit Tippen. Ich versuche möglichst lange an nichts anderes zu denken, als an meinen Text, um im Schreibfluss zu bleiben, keine Worte zu verpassen oder gar welche zu vergessen. Meine Fingerspitzen rasen über die Tasten, bis irgendwann die Schreibuhr aufhört, zu ticken und ich wieder auftauche aus dem Text, auf die Uhr schaue: zwei Stunden sind vergangen.
Manchmal, besonders im Winter, besteht die Gefahr, meine Schreibuhr zu verärgern, wenn ich den Morgen und damit tausende von Buchstaben verschlafe, weil meine Träumerinuhr  stärker ist. Meine Schreibuhr zeigt sich dann nur selten versöhnlich. Ich quäle mich vor dem Laptop, versuche die Sprache in mir zu wecken, aber die scheint jetzt zu schlafen und meine Gedanken kreisen in allen anderen Welten, nur nicht in der Textwelt. Zum Glück tickt seit Semesterbeginn meine Schreibuhr laut und regelmässig. Die beiden Uhren sollten eigentlich miteinander befreundet sein. Ich versuche die zwei zu einer zu verschmelzen und dies gelingt mir besser, seit die Träumerinuhr nun gerne morgens der Schreibuhr zu liebe leiser tickt: oft vergesse ich alles um mich herum. Ich vergesse, wo ich bin, wer ich bin, vergesse, dass ich nicht der Text bin. Gerate ich ins Stocken, lese ich mir das bereits Geschriebene vor, damit ich wieder den Rhythmus höre, den Fluss des Textes spüre. Die Worte finden fast von alleine den Weg aus meinem Kopf. Wenn ich nach einigen Stunden etwas geschrieben habe, Text entstanden ist, dann verlasse ich meinen Schreibort oft beschwingt und in den letzter Zeit, irgendwie verliebt in die Buchstaben.



26.2.2008

Schriftsteller-Baustelle

[ Simon Chen ]

Bild: äusserer Impuls

 

In meinem ersten Blog habe ich mein „literarisches Grossprojekt“ erwähnt, welches noch seiner Vollendung harrt. Nun, ich habe mich letzte Woche entschlossen, das Ding endlich wieder in Angriff zu nehmen und grosso modo bis Ende Jahr abzuschliessen. Bewusst deklariere ich das an dieser Stelle, um mich vor vernetzter Zeugenschaft in die Pflicht und auch etwas unter Druck zu setzen. Bei diesem Grossprojekt, bei diesem Ding handelt es sich natürlich um das verbreitetste aller literarischen Werke: das im Entstehen begriffene Buch, der berühmte Roman, der bei ach so vielen Noch-Autoren und Möchtegern-Schriftstellern seit Jahren in Arbeit ist. Seit Jahren trifft auf mich zu. In Arbeit weniger. Eher in der Schublade, wenn auch nicht ad acta gelegt. Oder auf dem Pendenzenberg, wo der Roman wegen drängenderen und leichter zu entfernenden Ablagerungen und wegen der Schwere der Aufgabe ganz nach unten sedimentiert ist. Tatsächlich habe ich erst dreimal zwei Wochen in der Abgeschiedenheit einer Berghütte konzentriert daran gearbeitet. In den Niederungen der Stadt, in meiner gewohnten Umgebung, in meinem Zimmer, in der ablenkenden Unruhe des Tagesgeschäfts wollte ich gar nicht erst damit beginnen. Bei meinen Kurztexten setz ich mich hin und bin mitten drin, aber beim Schreiben an einem Roman geht das natürlich nicht.

Das habe ich jedenfalls bis jetzt behauptet und wenn ich ehrlich bin, mir auch ein wenig eingeredet. Sicher nachvollziehbare Gründe, aber auch Vorwand und Ausrede, den Roman erst mal links liegen zu lassen. Je länger die schriftstellerische Baustelle ruht (seit vorletzten Sommer!), je öfter ich diese Hinderungsgründe wiederhole, desto mehr muss ich mir aber eingestehen, dass in Wahrheit eine Angst darunterliegt. Die Angst vor der grossen Aufgabe. Zumal ich mich sonst hauptsächlich mit überschaubarem „Kleinkram“ beschäftige.

Weil ich aber wegen meinen Vaterpflichten jetzt nicht mehr ohne weiteres eine Auszeit in einer Berghütte nehmen kann, muss es jetzt darum gehen, das Grossprojekt in meinen Schreiballtag zu integrieren, so schwierig sich das auch gestalten wird, gerade wegen meinen Vaterpflichten (wie zum Teufel schafft das Ruth Schweikert mit ihren fünf Kindern?!). Doch wenn ich den Schritt nicht tue, droht mein Roman zu einem Alterswerk zu werden.

Seit ich aber den Entschluss gefasst habe (zu dem übrigens äussere Impulse vonnöten waren) meinen literarisches Grossprojekt sozusagen im Hier und Jetzt, im Strudel des Alltags und im Trubel der Stadt kontinuierlich zu einem Ende zu bringen, schiebe ich die Wiederaufnahme der Romanarbeit von Tag zu Tag vor mich her, wie mein Töchterchen im Kinderwagen. Also diese Woche nicht..nächste, d.h. erst nach der  Wiederaufnahme meines Solostücks Mitte März, dann aber..muss ich zwei Kindergeschichten schreiben..es ist furchtbar! Ich bin zwar ein Vielschreiber, aber das nur aus Lust. „Oftschreiber“ wäre vielleicht zutreffender, denn wie ich schon schrieb, „ökonomisch“ ist meine Arbeitsweise schon jetzt nicht. Ein Roman, der nicht ein word.doc bleiben soll, bedeutet nun aber mal harte Arbeit und verlangt Konzentration und Disziplin. Ich bin zwar ein Perfektionist, aber im Grunde neige ich zur Faulheit, auch wenn diese nur selten zum Zug kommt.

Mein Roman (eigentlich sind es deren drei), der darauf wartet, zu  Ende geschrieben zu werden, ist  ein schon weit gediehener, aber noch unbehauener Brocken. Ich hoffe, je runder er in der Arbeit wird, desto leichter kommt er ins Rollen.

Gutes Schaffen, bis nächste Woche!





25.2.2008

Gid

[ Emil Zopfi ]
In der NZZ per Zufall entdeckt: Frau E. ist gestorben, weit über 90 Jahre alt. Sie stammte aus einer Familie von Glarner Industriepionieren. Vor Jahren sass ich bei ihr in der Villa, wir tranken Tee und sprachen über Vergangenes, die Geschichte des Familienunternehmens und ihren Bruder, der in den Dreissigerjahren in die USA ausgewandert war. Gid nannte er sich drüben. Ich wollte während eines Amerikaaufenthaltes recherchieren.
Eigentlich hiess er Egidius wie der Stammvater der Dynastie von Fabrikanten, ein Rückwanderer, der in Portugal aufgewachsen war und im Jahr 1796 in Glarus eine Stoffdruckerei eröffnet hatte. Da wäre noch ein grosser Familienroman über fünf Generationen zu schreiben, Buddenbrocks im Glarnerland, von Aufstieg, von Blüte und Niedergang. Leider bin ich kein Thomas Mann und die Zeit der epischen Grossform ist in unserer kurzlebigen Welt wohl vorbei.
Nach dem Tee schickte Frau E. ihre Enkelin nach Fotos: Gid in Uniform, ein General der US-Army gibt ihm die Hand, verleiht ihm eine Auszeichnung. Automechaniker hatte er gelernt, in den USA eine Reparaturwerkstätte für Greyhound-Busse betrieben, bis er in den Krieg zog, als Schweizer in der US-Army. Vierundzwanzig Einsätze als Bombenschütze in einer fliegenden Festung.
In der Universitätsbibliothek von Iowa City blätterte ich in der «Combat Chronology» der US-Luftwaffe und fand Fakten. Am 11. April 1944, einem klaren Frühlingstag, hob Gids Fliegende Festung von der Basis in High Whycombe in England ab, Auftrag seiner 25sten und letzten Mission war, deutsche Luftfahrtfabriken um Leipzig zu bombardieren. High Whycombe: Dort hatte ich einst bei einer Elektronikfirma ein hartes, aber erfolgloses Einstellungsgespräch geführt, ging mir durch den Kopf, und ich verlor mich in eigenen Erinnerungen.
Der 11. April 1944 endete in einem Desaster für die Air Force, sie verlor 64 Maschinen. Auch Gids fliegende Festung blieb verschollen. Ich recherchierte weiter: Wie viele Schweizer leisteten im Zweiten Weltkrieg Dienst in den amerikanischen Streitkräften, wie viele starben? In den militärischen Archiven gibt es Zahlen über Schweizer in der deutschen Wehrmacht, es gibt ein Buch über Schweizer in der Waffen-SS. Über unsere Bürger, die mit den Amerikanern gegen die Nazis kämpften, gibt es keine Daten – jedenfalls bekam ich diese Auskunft von Militärhistorikern.
Gids Schicksal hat mich tief berührt: Der Nachkomme von Generationen von Industriepionieren stirbt beim Zerstören von Industrieanlagen. Ein gewaltiger Bogen wäre da zu erzählen, gespannt von 1796 bis 1944 oder weiter bis in die heutige Zeit. Ich habe mir das nie zugetraut. Eine kleine Geschichte über Gid schrieb ich in den USA in Englisch, stellte sie ins Netz. Ein Weltkriegsveteran der Air-Force entdeckte sie, schickte mir Bilder und Erinnerungen. In meinem Kopf existiert ein Buch, tausend Seiten, der grosse Industrieroman der Schweiz. Manchmal lese ich darin. Schreiben werde ich es nie. Und da liegt seit Jahren noch ein Zettel: «Frau E. besuchen».



24.2.2008

Deutsche und Schweizer

[ Peter Zeindler ]

Hat doch letzte Woche so etwas wie ein halboffizieller Annäherungsversuch zwischen Deutschen und Schweizern stattgefunden. Annäherungsversuch? Wohl ein Versuch, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Ich weiss ja nicht, ob ein solches Unternehmen notwendig ist, denn in meinem Freundeskreis gibt es viele Deutsche, und eigentlich habe ich nie den Eindruck, es gäbe zu viele Reibungspunkte, die Nähe, Austausch verunmöglichen. Zwar: Ich erinnere mich an das sogenannte „Doktorandenseminar“ beim Zürcher Germanisten Emil Staiger, dessen 100. Geburtstag letzte Woche gefeiert wurde. Wenn Staiger damals in diesem erlesenen Kreis im Zusammenhang mit einem zur Diskussion stehenden literarischen Thema eine Frage stellte und dann lächelnd auf eine Antwort wartete, dauerte es nicht lang, bis unsere deutschen Kommilitonen die Hand hoch streckten und auch gleich zu reden begannen. Nein, nicht dass sie die Antwort auf Anhieb präsentiert hätten; sie begannen einfach einmal zu reden, entwickelten ihre Gedanken vor den andächtig lauschenden Schweizer Kollegen, die einmal mehr feststellen mussten, dass die „deutsche Methode“, das Laut – Denken, ihnen nicht liegt. Wir Schweizer dachten immer, dem Professor die definitive, die gültige Antwort sofort und komprimiert geben zu müssen: in einem Satz, auf den Punkt gebracht.

Ich frage mich manchmal, ob sich aus solchem Verhalten nicht auch ein grundsätzlicher Unterschied in der Art und Weise, wie die Autorinnen und Autoren dieser beiden Länder sich ihrer Stoffe annehmen, ableiten lässt. Dieses spontane Drauflosschreiben, das ja auch Thema verschiedener Blogs war, ist, glaube ich, nicht Sache der Schweizer. Ich verallgemeinere jetzt: Schweizer fangen an zu schreiben, wenn ein Gedanke in ihrem Kopf Kontur annimmt, wenn er gereift ist. Sie bekennen dann Farbe, wenn sie das Ende, wenn auch vage, vor sich sehen. Es gibt Ausnahmen: Ich erinnere mich an eine Begegnung, Jahre her, mit Jürg Federspiel, der mir von seinen drei Anläufen erzählte, die er im Zusammenhang mit einem neuen Romanstoff unternommen hat. Der erste Versuch ist über 200 Seiten weit gediehen, bevor er ihn abbrach. Der zweite endete schon nach 100 Seiten. Und beim dritten Mal sei er schon nach dreissig Seiten gescheitert, hat er geknickt gestanden.

Damals habe ich mir überlegt, ob ich mich nur deshalb für das Genre des Krimis, bzw. Agentenromans, entschieden habe, weil ich mich so gezwungen sah, auf ein fixiertes Ende zuzuschreiben, alle meine Figuren im Hinblick auf dieses Fernziel zu entwickeln und ihnen „Seitensprünge“ und mir Exkurse zu verbieten. Somit wäre ja der Krimi ein typisch schweizerisches Genre, was man angesichts der vielen Schweizer Autoren, die dieses Genre als Start-

rampe benützen, eigentlich annehmen könnte. Der Krimiplot als Korsett.

Im Verlauf der Jahre, stelle ich fest, bin ich, wenn meine These stimmt, kein typischer Schweizer Schriftsteller mehr. Ich beginne zu schreiben, wenn das Ziel noch keine festen Konturen erkennen lässt. Ich schreibe und immer wieder, bei jedem neuen Anlauf, kehre ich zurück zum Anfang, korrigiere, festige das Fundament, und dann schreibe ich weiter, und so jeden Tag. Ich erinnere mich an eine französische „Lebensweisheit“, die ich einmal aufgeschnappt habe und die ich mittlerweile wohl verinnerlicht habe: „Reculer pour mieux sauter“.

Immer wieder Anlauf nehmen, die Möglichkeit des Sich – Verirrens, „Sich – Verschreibens“

auf sich nehmen. Das gilt vielleicht nicht nur für die mündliche Auseinandersetzung mit einem Thema; das mag auch für die Schreibenden Gültigkeit haben, die ihre „Schreibe“ letztlich auch als Wagnis verstehen. Feigheit, Duckmäusertum ist wohl ein schlechter Ratgeber für Autoren, wenn sie anfangen zu schreiben. Die Verantwortung für das, was man schreibt, übernehmen wir dann, wenn wir aus kritischer Distanz, beim Versuch, die Basis zu zementieren, uns immer wieder in Frage stellen. Nicht gleich – aber später. Und dann gibt es noch das Lektorat – wenn unterwegs das Geschriebene unseren eigenen Kriterien genügt.



23.2.2008

Auslandschweiz

[ Christoph Simon ]

Manche Tage eines Schweizer Berufsschriftstellers bestehen darin, sich über die Schweiz äussern zu dürfen.

„Was glauben Sie, weiss das Ausland von der Schweiz?“ lautet die Frage einer Umfrage von fünfzehnjährigen Redaktorinnen und Redaktoren der Thuner Schülerzeitung See-Blick unter heimischen Kulturschaffenden.

Was wird das Ausland schon von der Schweiz wissen? Ich glaube, die fernen Länder stellen sich unter der Schweiz eine Ansammlung von feinmechanischen Betrieben und milchverarbeitenden Fabriken im Schatten der Berge vor. Wie ich gehört habe, führt Heimweh in der Poebene noch heute den Namen „Schweizerkrankheit“. Woher das kommt? Eidgenössischen Söldnern in Frankreich und Italien war es zeitweilig unter Todesstrafe verboten, schwermütige Lieder anzustimmen, da es „Pathopatridalgia“ auslöse, krankhafte Vaterlandssehnsucht. Von ihr gepackt, seien Schweizer Söldner in Scharen desertiert.

„Wie unterscheidet sich das Leben in der Schweiz von dem in der übrigen Welt?“

Die Schweiz stand lange still. Als in der Schule zum ersten Mal von der Erdrotation gesprochen wurde, interessierte mich vor allem, wie man im Ausland verhindert, dass die Meere in den Weltraum abfliessen und ob alle Fussgänger Krallen wie Katzen haben, damit sie sich auf der Erdoberfläche halten können.

Was zeigen Sie ausländischen Gästen, wenn Sie ihnen die Schweiz zeigen?“

Ich würde ihnen lieber Paraguay zeigen. Abgesehen davon zeige ich ihnen die Gratiszeitungen als faule Form der Pressefreiheit und die perforierten Umschläge für die briefliche Stimmabgabe als leicht zu manipulierendes Instrument des Stimm- und Wahlrechts. Ich zeige ihnen das Literaturarchiv und deute es als Gebäude eines Totenkults. Die Schweiz hat den Vorteil, dass man keine riesige Karte auszubreiten braucht, um zu zeigen, wo man geboren wurde, studiert hat, in welchem Kirchgemeindehaus man die Gefährtin kennen gelernt hat.

„Was erzählen Sie Ausländern über die Schweiz?“

Die Schweiz ist nach allgemeiner Ansicht das Land der Geister und Propheten. Nicht gering ist die Zahl der Leute, die behaupten, der Bundesrat sei mit übermenschlichen Kräften begabt. Die Bundeshausdiener machen ein florierendes Geschäft daraus, das Badewasser von Bundesräten in Flaschen abzufüllen und an Bauern in den Tälern zu verkaufen, die es trinken, um auch übernatürliche Kräfte zu erlangen. Zudem erzähle ich von den vielen verschiedenen Abzeichen. Nach vorsichtigen Schätzungen sind in den letzten 150 Jahren in der Schweiz mehr als 30’000 verschiedene Abzeichen hergestellt worden, die dem Jubiläum von Banken, Waffenfabriken, wissenschaftlichen und künstlerischen Institutionen gewidmet sind. Besonders aktive und begeisterte Sammler haben sich im Verein „Abzeichensammler“ zusammengefunden. Mit Unterstützung des Bundes veranstaltet dieser Verein regelmässig Zusammenkünfte in Kulturzentren und Fachausstellungen in der ganzen Schweiz. Besonders beliebt sind bei den Sammlern Abzeichen mit Motiven aus dem Schiesssport, der Fasnacht, dem Skirennsport, insbesondere die Abzeichen von der FIS-Abfahrt am Lauberhorn in Wengen, sowie Abzeichen mit Kantons- und Gemeindewappen. Auch Abzeichen mit Motiven aus der Schweizer Geschichte, mit Porträts von Pestalozzi, Dunant, Federer, mit Slogans der Anbauschlacht und der Antifreihandelsbewegung sind sehr beliebt. Viele sammeln Abzeichen, die in irgendeiner Weise mit ihrem Beruf zusammenhängen. Ich halte zum Beispiel das Abzeichen vom Berner Schriftstellerinnen- und Schriftstellerverband in Ehren. Das älteste und wertvollste Schweizer Abzeichen ist eine Messingplakette von 2,6 Zentimeter Durchmesser aus dem Jahre 1848. Die Plakette hat eine Öse, durch die ein rotes Band gezogen wird, um sie an der Kleidung zu befestigen. Die Stirnseite zeigt in der Mitte zwei gekreuzte Schweizerfahnen, die Rückseite trägt den Text „Natura non facit saltus“ – die Natur macht keine Sprünge.

Wer ist Ihrer Meinung nach ein guter Schweizer?“

Wer nicht nur Schweizer ist.

 

 



22.2.2008

Ein Tag, 52

[ Ruth Schweikert ]
Ein Tag, 52

„Selten fühlte ich mich jemandem so nahe wie am Telefon. Ich liebte es, in der dunklen Wohnung zu sitzen und der vertrauten Stimme eines Freundes oder einer Freundin zu lauschen. Je weniger ich abgelenkt wurde von dem, was ich sah - ein dunkler Fleck am Pullover, ein paar Pickel auf der Stirn oder eine Schürfwunde am linken Handrücken -, umso gegenwärtiger wurde mir eine Person. Es war, als vermöchten Atem und Stimme, Wörter und Sätze ihre ganze Kraft und Bedeutung erst in der Abwesenheit des zugehörigen Körpers zu entfalten. Bevor ich jemanden anrief – oder einen erwarteten Anruf entgegennahm -, machte ich in der Wohnung sämtliche Lichter aus. Ich legte die Füsse auf den Schreibtisch, lehnte mich im Bürostuhl zurück und schaute durch die halb offenen Jalousien in die Nacht.
In der Wohnung war es still. In den Radionachrichten hatten sie für weite Teile der Deutschschweiz heftige Stürme angekündigt, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu hundertzwanzig Kilometern pro Stunde. Ich sah aus dem Fenster. Ob ich mir Sorgen machen musste um Daniel? Er war wie üblich mit ein paar Freunden unterwegs, deren Namen ich mir nicht merken konnte; sie trafen sich fast jeden Abend am See, um Death Metal zu hören und Bier zu trinken. Ich hatte keine Ahnung, worüber sie sich unterhielten. Weder Regen noch Kälte hielt sie von ihren Treffen ab; ja, manchmal fragte ich mich, ob Daniel den Wechsel der Jahreszeiten überhaupt mitbekam. Morgens verliess er das Haus mit Kopfhörern, nach den Vorlesungen und den Nachmittagen im Chemielabor kehrte er mit Kopfhörern zurück, und am Wochenende sass er bei herunter gelassenen Jalousien vor dem Laptop, auf dem wie von Zauberhand unablässig neue Bilder auftauchten und wieder verschwanden.
Vielleicht war es so: Nur Menschen und Dinge, die ich nicht jeden Tag vor mir sah, vermochte ich mir vorzustellen. Felix zum Beispiel, wie er in seiner neuen Wohnung auf dem türkisfarbenen Bettsofa sass und auf die Umzugskisten starrte, die sich bis zur Decke stapelten, obwohl er nur das Nötigste mitgenommen hatte. Er war erst vorgestern eingezogen; zwei grosse Zimmer, Küche und Bad für 350 Euro. Ein unrenovierter Altbau in Berlin-Mitte unweit der Zionskirche; hohe Räume, schlecht schliessende Fenster und fleckige Parkettböden, die bei jedem Schritt knarrten. Ich sah ihn vor mir, seinen gepflegten, leicht gedrungenen Körper, wie er aufstand, in die Küche ging und den Kühlschrank öffnete: Zwei Flaschen Bier, ein halber Liter H-Milch, Butter, ein abgepacktes Stück Gouda, ein paar Karotten und die dunkle Sojasauce, die Isabelle besonders gern mochte und die er gestern tatsächlich gekauft hatte, ohne daran zu denken, dass Isabelle in der alten Wohnung geblieben war.
Später, noch während wir weiter telefonierten, würde Felix den Fernseher anstellen, ohne Ton natürlich; ein Fussballspiel oder ein Tennismatch lief immer irgendwo, und bei nichts konnte er sich besser entspannen.“

Diese Gedanken gehören nicht mir, sondern einer Figur, einer Ich-Erzählerin, die ich erfunden habe, ebenso wie die anderen Figuren, Felix, Daniel, Isabelle. Die Ich-Erzählerin heisst Katharina, und ich vermute, sie heisst so, weil eine Freundin so heisst (die Schriftstellerin ist und die ich für ihr Schreiben bewundere). Mit meiner Figur hat sie - ausser eben den Namen - nichts gemein, und dennoch ist es wichtig, ja unverzichtbar für mich im Moment, dass meine weibliche Hauptfigur Katharina heisst.  
Manchmal geht es mir wie der Künstlerin Miriam Cahn – wir planen, John Schmid sei Dank, ein Buch, das Ausstellungskatalog (Miriam Cahn bespielt ab Anfang Mai das ehemalige Kloster Schöntal mit ihren Arbeiten) und eigenständige Publikation werden soll –, wenn sie verwundert beschreibt, dass sie die Titel ihrer Werke bzw. Ausstellungen erst im Nachhinein zu lesen versteht. Ihre Werke, sagt sie, seien klüger als sie selbst. Man könnte präzisieren: nicht klüger, aber schneller. Sie holen ans Licht, machen sichtbar, was für die Künstlerin noch im Verborgenen liegt.

„Kinderfrei“ hatte ich vorsorglich und in freudiger Erwartung schon lange unter dem Titel „Ein Tag, 52“ notiert (es ist heute der 21. Februar und somit der 52. Tag des Jahres 2008), aber dann kommt es doch anders, denn wir haben kurzfristig beschlossen, alle zusammen ein paar Tage in die Berge zu fahren, und also sitze ich im Zimmer 405 im Hotel Belvédère in Wengen; vor mir haben sich Eiger, Mönch und Jungfrau im Abendlicht zur Hintergrundkulisse drapiert, als erwarteten sie mindestens den neuen James Bond. Links hinten das Schreckhorn – immerhin fast 4000 Meter über Meer -, das Heinrich von Kleist einst husch husch bestiegen haben will, während die braven Thunerinnen und Thuner die Sonntagsmesse besuchten. So zumindest schrieb er es seiner fernen Schwester. Ja, Anfang des 19. Jahrhunderts konnte man solch verwegene Dinge noch leichthin behaupten.
Alles hier im Haus atmet den Charme des leicht Heruntergekommenen aus, der noch die einstige Grandezza ahnen lässt; so ist aus dem „Grand Hotel Belvédère“ ein blosses „Hotel Belvédère“ geworden, aber die sorgsam entfernten Buchstaben sind als Silhouetten weiterhin sichtbar, weil die Fassade dahinter weniger verblasst ist.
Was noch?
Morgen fahren wir nach Hause.



21.2.2008

grün

[ Sabina Altermatt ]


62
Als Erstes feuern wir die Sauna ein und machen ein «avanto», ein Eisloch.
Wir laufen über den gefrorenen See. Alles wirkt viel näher als im Sommer. Ist es die Erreichbarkeit, die alles zusammenwachsen lässt?
Dann eine Inselumrundung. Das Eis ist glatt und mit kleinen Bläschen durchsetzt. An einigen Stellen Risse, Eisnarben.

61
Am nächsten Morgen sind unsere Fussspuren riesengross. Wie aufgeplatzt.
Wir machen einen Ausflug mit dem Schlitten und finden beinahe den Rückweg nicht mehr, da sich die Inseln immer wieder anders voreinander schieben. Der See macht Verdauungsgeräusche.

60
Über Nacht friert das Eisloch immer wieder zu. Wie eine Wunde, die sich schliessen möchte. Die Holzleiter hat es sich schon lange einverleibt.

59
In der Fernausgabe der NZZ lese ich, dass Monika Stocker zurückgetreten ist. Dafür wird das Personal aufgestockt. Die Einsicht kommt wie meist zu spät.
Fahrt nach Helsinki.

58
Wir fliegen zurück. Auch von oben sieht die Schweiz ordentlich aus. Herausgeputzt und aufgeräumt. Die Berge tauchen wie Walrücken aus dem Nebelmeer.

57
Latte macchiato im Grand Café für 5 Franken 70, Sonnenschein inklusive.

56
Erste Rückmeldungen zu meinem neuen Roman. Sehr positiv. Aufatmen.


20.2.2008

Magdeburg

[ Arja Lobsiger ]

 

Kaum aus der Grippe aufgetaucht, fliege ich nach Berlin. Berlin, klingt gross, vielleicht zu gross für eine wie mich, aus einem kleinen Nest, das niemand kennt. Ich fliege aus der Nacht zuerst über und später in eine Fläche aus hellen Punkten hinein.
Vor dem Flughafen drehe ich mich nochmals um, schaue zurück, „Berlin Schönefeld“ steht in grossen Leuchtbuchstaben über dem Eingang des Gebäudes.
Später im Zug: Rucksacktouristen, Frauen mit grossen schwarzen Handtaschen, Männern mit Fahrrädern zwischen den Beinen, bärtigen Herren und Mädchen mit kreischenden Haarfarben und irgendwo ich. Kaum entleert sich der Zug, füllt er sich wieder, bis ich nach einer Ewigkeit aus Berlin herausfahre. Auf Schildern lese ich seltsame Namen an schummrigen Bahnhöfen in der Nacht. Und immer wieder, erklingt die seichte Stimme: „Meine Damen und Herren, wir treffen in... ein. Aussteig rechts bitte.“  Ich fahre weiter bis zur Endstation, nach Magdeburg. „Magdeburg, was willst du dort? Magdeburg, wie hässlich! Was gibt es da zu sehen? Du solltest nach Berlin fahren!“, tönte es von allen Seiten, als ich von meinen Plänen erzählte. Ich weiss nicht, ob ich mich freuen soll auf Magdeburg, eine Stadt, von der man behauptet, sie sei hässlich. Aber in Magdeburg wohnt Jan, studiert dort. Er ist ein Freund von mir, ein schreibender Medizinstudent. Und auch wichtig, ich fahre nach Magdeburg, um den Abstand zu meinen Texten zu vergrössern, um die Tapete zu wechseln. Ich will die alte abreissen und eine neue hochziehen. Wenn ich zurück bin, werde ich auf die neue schreiben, beginnt das vierte Semester „literarisches Schreiben.“ Ich habe Pläne gemacht für Magdeburg: Mit Jan Teetrinken, mich für ein paar Euro ins Kino setzen, in seinem Romanmanuskript lesen, lachen, faulenzen im Wohnheim, in der Mensa der Uni fades Essen in mich reinstopfen, zwischen zerfallenen und neuen Häusern umhergehen, fotografieren, schreiben, mit Jan und seinen Kommilitonen in der Bibliothek sitzen... mich in einen Alltag werfen, mal etwas ganz anderes sehen. Ja, ich will anders sehen, wieder sehen. Meine Welten sind etwas durcheinander geraten in letzter Zeit: Meine Umwelt, die Welt in mir drin und meine Schreibwelt.
Jan steht auf dem Bahnsteig, er kommt langsam auf mich zu, begrüsst mich, nimmt mir den Koffer aus der Hand. Er lächelt mich an, aber Melancholie hat sich während den letzten zwei Jahren in sein Gesicht gelegt.
Mit der Strassenbahn fahren wir durch Magdeburg an den Stadtrand. Die Strassenlampen werfen ein flüchtiges Licht auf einen Ort, den ich nicht kenne. Dunkelheit macht zwischen hässlich und schön keinen Unterschied. Im Wohnheim, einem alten Backsteinbau, riecht es nach Krankenhaus. Ich frage mich, ob ich diesen Geruch die nächsten Tage ertragen kann, ihn irgendwann nicht mehr riechen werde, während wir den langen Flur zur Wohnung entlang gehen.
Ich lese in Jans Romanmanuskript, Bilder steigen in mir hoch, Bilder, für die ich eigentlich zu müde bin. Als ich später versuche, einzuschlafen, bleiben die Bilder vor meinem inneren Auge. Also schreibe ich, notiere Sätze, einzelne Worte. Und wieder gibt mir das Schreiben ein Zuhause, vielleicht auch ein wenig Schutz gegen den grenzenlosen Raum der Welt. Eine Welt, in der alles Sichtbare das Ergebnis eines unwiederholbaren flüchtigen Zusammentreffens ist.





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