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Sitzung am Morgen in Bern. Als Arbeitsgruppe des
AdS überlegen wir uns Massnahmen zum Fall der Buchpreisbindung. Die Bücher werden teurer. Doch die Autoren haben nichts davon. Das Geschäft macht der Zwischenhandel. Man könnte jetzt jammern, doch wir tun es nicht. Stattdessen setzen wir auf Aufklärung.
Ich schreibe einen Text über Verwahrlosung. Über eine Messiwohnung, in der man den Boden vor lauter Gerümpel nicht mehr sieht, im Balkonfenster ein taubengrosses Loch. Und über eine Wohnung mit 150 Ratten. Da hat es bei jemandem einfach ausgeklinkt. Könnte mir so was auch passieren? Ich muss an meine Papierstapel denken.
Auf TeleZüri interviewt Herr Gilli Monika Stocker zum Thema «Sozialhilfemissbrauch». Stellt ihr Fragen, um sie dann gleich selber zu beantworten. Die Szene kommt mir bekannt vor. Ich schreibe ihm eine Mail. Eine Antwort bekomme ich nicht.
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H. schreibt aus Finnland. Der See ist gefroren und es hat 5 cm Schnee. A. liegt krank im Bett. Ich schreibe einen Artikel über
Trichinen. Das sind Fadenwürmer, die im Schweinefleisch vorkommen.
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Ich lese im Tagi das Interview über den ausgeschafften Burmesen Stanley Van Tha und bin entsetzt. Für die Behörden ist der Entscheid aus damaliger Sicht richtig. Konsequenzen hat es keine. Zumindest nicht für die Verantwortlichen. Van Tha hat der Entscheid vier Jahre seines Lebens und 20 Kilo seines Körpergewichts gekostet. Wenn wir als Schweiz schon keine Stellung beziehen wollen, dann sollten wir wenigstens unsere humanitäre Tradition wahren. Was bleibt uns denn sonst noch?
A. ist immer noch krank und hat hohes Fieber.
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Heute, also eigentlich schon gestern, sollte ich für das Personalmagazin einer Versicherung eine Kurzgeschichte schreiben. Doch in mir ist nichts, das aufs Papier will. Kann man sich leer schreiben? Ich überarbeite den Text «Mord am See», den eine Laaxer Schulklasse mit mir als Coach im Rahmen des Projektes
Schulhausroman geschrieben hat.
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In einer Woche bin ich bereits auf dem Weg nach
Helsinki. Es scheint mir unheimlich weit weg. Unsere Bürogemeinschaft ist ein Lazarett. Wir husten und niesen um die Wette. Krank sein ist Luxus – oder ein Privileg der Angestellten.
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Morgen geht mein Manuskript in Druck. Doch es fehlt noch ein Wort. Oder vielleicht zwei. Ich bin ratlos, meine Lektorin auch. Wir mussten den Malojawind streichen. Denn diesen gibt es nicht im Unterengadin. Nun heisst es «Der Wind spielte mit dem Windsack.». Schon etwas simpel. Welche Synonyme gibt es für Wind oder Windsack?
Schreibe meine Kolumne im Doppelpack (eine für Mittwoch und eine für Donnerstag), obwohl ich das eigentlich nicht darf. Über Mittag gehe ich an die Sonne. Zurück im Büro schreibe ich die Kurzgeschichte in einem Zug. Wie wenn sie irgendwo gelauert hätte und ich sie nur noch zum Vorschein bringen müsste. Dieser Vorgang erstaunt mich jedes Mal wieder von neuem. Es ist wie einschlafen. Man kann es nicht steuern. Und je mehr man sich darauf konzentriert, desto weniger funktioniert es.
Znacht mit L. im Zäh. Wir reden über das Schreiben und über das Schreiben. Und über das Schreiben. Wunderschön.
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AdS-Vorstandssitzung von zehn bis drei Uhr. Danach Kurzgeschichte überarbeiten und Blog schreiben. Und hoffen, dass die Woche bald zu Ende ist.